livingpuma

Kurzgeschichten

meist

hast du die zeit, die du brauchst, hat er mir gesagt. ich denke so für mich, dass ich eigentlich immer die zeit dazu hätte. wie auch immer oder auch nie. so und dergleichen andere floskeln schwirren umher in meiner hirnkiste. das, was er zu mir gesagt hat, verstehe ich im grunde genommen gar nicht. oder will ich es gar nicht verstehen? will ich den satz verstehen, der eigentlich gar nicht das zentrale ist, sondern das spürbare dahinter, was wollte er mir vermitteln? ich spüre nochmals diesen einen satz: meist hast du die zeit, die du brauchst. es kommt keine wut. es ist eher wie ein hinweis, dass ich eigentlich immer die zeit habe. oder vielleicht, dass es so was wie die zeit gar nicht gibt. halt nur ein konstrukt und so. 'meist hast du die zeit, die du brauchst'. vielleicht meint er, am meisten, quasi am üppigsten, wovon ich sicher mehr als genug habe... vielleicht meint er es so.. meist (am meisten) hab ich die zeit, die ich brauche... und wenn ich zeit mit liebe und vertrauen ersetze, seine liebe und sein vertrauen..ja dann..ist ja eh alles gut und zeit wird dann zu einer etikette wie auf einer weinflasche.. niemand interessiert sie wirklich, höchstens ob der wein gut schmeckt oder nicht, einfährt oder nicht. wisst ihr was, wir alle haben die zeit, mehr als das, wir haben alle zeit, denn das ist das prinzip, das es zu erfahren gibt, dann gibt es kein hamsterrad mehr und keiner kann dich zu was zwingen, denn wenn er sich getraut dich anzuschauen, dann getraut er sich auch, dieser irrlüge der zeit nicht mehr nachzurennen. und so schreibe ich hier, höre musik, die mich abheben und niederschmettern lässt und die zeit vergeht, doch das vertrauen, sein vertrauen in mich, und diese nicht in worte zu erfassende und überhaupt nicht zu erfassende, höchstens zu empfangende, anzunehmende liebe bleiben. ewig. in alle zeit und ewigkeit. merkt ihr was? klick.

alles liebe, freunde der ewigkeit.
lp

31.7.06 16:43, kommentieren

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ich sah ihn...

und schaute ihm in die augen. er schaute zurück. in meine. über der strasse stand er. still. unbewegt. ich auch. anfangs schaute ich über die strasse zu ihm, doch jetzt bemerke ich, dass wir uns ohne strasse dazwischen nah, sehr nahe gegenbüberstehen. auge in auge. aber nicht zahn um zahn. ich kann ihn riechen. er kann bestimmt auch mich riechen. eine katze schleicht um unsere beine. ich erinnere mich sofort an matrix. ich weiss, wenn sie nochmals kommt, dann ist es ein programmfehler und gefahr unweit. doch die katze bleibt, schleicht um unsere beine. ich sag was zu ihm, meine lippen bewegen sich, doch sinn und laute meiner worte sind nicht auszumachen. nicht verstehbar. doch ein programmierungsfehler alles? nein. er nimmt was aus der tasche, steckt es mir zu - und geht weiter. das unbewegte, sein unbewegtes hat sich in bewegung gesetzt. doch das gefühl, das er stehend zurückbleibt, mir gegenüber in die augen schauend, dieses gefühl bleibt. für mich steht er also immer noch da. nur hab ich mich jetzt unweigerlich in bewegung gesetzt. ich lese den zettel beim gehen, als wär es das normalste auf der welt, diesen zettel zugesteckt bekommen und ihn dann unterwegs, beim gehen zu lesen. wisst ihr, was drauf steht? überlegt mal. es geht aber nicht, weil es nichts zu überlegen gibt. handelt einfach. handelt danach, was auf dem zettel steht. was steht auf deinem?

livingpuma in judas priest name.
god. good. is. god.
m.
gott wo ist mein zettel. hier. ich hab ihn wieder gefunden. es steht.... klar und deutlich....FREUDE.. drauf... FREUDE... pure FREUDE.. ist das losungswort für mich. ich drück es auf mein herz. das wort mit dem zettel, reibe es mit dem zettel in mein herz ein.... und schreie laut... genau so laut, wie zu meiner geburt.....

FREUDE

14.7.06 21:34, kommentieren

Er stand da

ja. er war es. ich hab ihn bemerkt, erkannt. tief in mir hab ich es sofort gewusst, dass er es ist und sein muss. ohne zu zögern oder sonst irgendwie (mit mir) zu hadern, so wie ich es von mir oft oder meist gewohnt bin. ja noch mehr, ich sprach ihn an. und er gab mir antwort. seither rede ich immer wieder zu ihm, und er antwortet mir, immer wieder, auf seine, ureigene, originale art und weise. ich bin glücklich mit ihm, und ich frage so oft, ob ich irgendwie betrunken, oder sonst wie komisch berieselt bin, denn ich muss immerzu lachen, schmunzeln, bin einfach voller freude... es ist jedenfalls nicht zu erklären. echt nicht zu erklären, mir fehlen jede und alle worte dazu. doch das gefühl, das gefühl des nichtwissens über diese freude, und das gefühl der unbestimmbaren verbindung und verbundenheit, dieses eine gefühl, hab ich seit dieser konkreten begegnung nie mehr verloren. hey leute, ich glaub ich hab mich ihn ihm wiedergefunden. in dieser einen, alles entscheidenden begegnung. ich glaub, er hat dort auf mich gewartet, er stand ja dort und steht im übrigen immer noch dort. doch es ist irgendwie nur mein weg, denn da ist sonst niemand mehr, hab ich zumindest grad gedacht, doch irgendwie ist dieser weg sonst noch belebt.. vielleicht sind das all meine lebenswege in einem weg zusammengefasst.. wie auch immer. ich mag nur noch diesen einen gehen...und ich bin überglücklich und innerlich zu-frieden und in ruhe gelassen, denn ich spreche mit ihm, den ich angesprochen habe, weil er schon immer dort stand, und ich ihn schon unzählige male NICHT angesprochen habe.... doch jetzt ist es mal anders gelaufen, denn ich mag nicht mehr... ohne ihn sein.. und jetzt wünsch ich uns allen, dieses starke, unweigerliche bewusstsein, das uns lichterloh macht....
in liebe und freude....

dein bruder

duden: lichterloh=
1. brennen: mit einem hellen feuer, stark brennen, das haus brennt lichterloh
2. bildlich: mein herz brennt, ich brenne lichterloh (ich bin heftig verliebt)

28.6.06 09:13, kommentieren

sascha

hiess er. er ging immerzu in den laden nebenan. ich sah ihn vom fenster aus. mit der zeit wusste ich, dass er soeben den laden betreten würde, ich wusste es einfach, schaute dann nicht aus dem fenster, dann wartete ich kurz, das heisst ging nochmals kurz in die küche, und dann sah ich ihn aus dem laden kommen. mit der zeit wusste ich dann auch, dass er eben jetzt aus dem laden kommt und ich ging dann auch nicht mehr schauen. denn ich wusste ja innerlich, wann er wo ist und so weiter. ich schreibe dies hier in einer geschichte verpackt, damit ihr es für eure eigene geschichte verwenden könnt. denn auch ihr wisst, wann sascha in den laden geht und er wieder rauskommt. doch wofür ist ein solches wissen sinnvoll. das hab ich mich auch schon gefragt, mehr als einmal. ich frage sascha, wenn ich ihn das nächste mal sehe, innerlich.
und ich frag ihn an seinem grabe, wenn er dann gestorben ist, innerlich. und ich frage ihn, am spitalbett wenn er dann wieder geboren wird.. lasst uns sascha in unser herz schliessen und er verrät uns ALLES.
ich schau jetzt noch kurz nach, was der name sascha bedeutet, moment kurz.....sascha kommt aus dem russischen und heisst beschützer.
also lasst uns sascha fragen, er erzählt jedem von uns seine geschichte. so hoff ich doch. und hiermit hat diese 'meine' geschichte ein ende gefunden.

28.5.06 17:10, kommentieren

Einsam am Strand gestanden

Der Mann, der tagelang einsam am Strand stand. Genau dieser Mann kam zu mir, als ich am Strand entlang schlenderte. Natürlich kannte ich ihn. Vom hören sagen und so. Er interessierte mich auf eine Art. Irgendwie verstand ich ihn. Niemand verstand ihn aber, denn wozu stand dieser Mann tagelang am Strand. Er könnte sich doch zumindest mal hinsetzen. Ein Rätsel. Auch die örtliche Polizei kam mehrmals und befragte ihn anfangs auch. Doch seine Antwort war immer die selbe. "Ich stehe hier am Strand und sehe in das Meer hinaus, manchmal." Die Polizisten gingen noch ratloser von dannen, als sie gekommen waren. Sie wurden ja jeweils gerufen von besorgten Einwohnern, die Angst hatten vor diesem Mann, der einfach nur tagelang am Strand stand.

Dieser Mann sprach sonst nicht mit anderen Menschen, jedenfalls nicht gross. Er gab ein Antwort, wenn man ihn was fragte. Ich habe noch nie irgendwelche Worte mit ihm gewechselt, deshalb war ich umso erstaunter als er auf mich zu kam. Ich hatte keine Angst oder so. Und irgendwie spürte ich, dass es ok ist. Er bat mich, schlicht und einfach bei ihm zu stehen. Sonst müsse ich nichts tun, hat er gemeint. "Sei einfach still und steh neben mir mein Junge." Ich tat, was er mir geheissen, ich konnte nicht anders - und wollte auch nichts anders. Es war mir sogar noch gelegen, dass ich nichts mehr tun musste, wenn man dem müssen sagen kann, als einfach dort stehen.

Ich weiss nicht mehr so genau, wiel lange ich dort stand. Es war aber bestimmt einen Sonnuntergang lang. Dann sagte er, jetzt kannst du gehen, mein Junge. Dass ich dich liebe, muss ich dir ja nicht sagen, das weisst du ja bereits. Ich fragte ihn, ob ich noch länger bei ihm stehen dürfe, denn zum allerersten Mal in meinem Leben spürte ich so was unbeschreiblich schönes in meinem Körper. Es war als hätten alle Körperzellen die Erlaubnis gekriegt, sich gegenseitig zu umarmen. Es war eine festliche Stimmung in mir. Viele, viele Farben durchzuckten und durchströmten meinen Körper, mein Körper war plötzlich transparent geworden, und ich sah alles vor meinen inneren Augen. Und was auch noch besonders war, der Atem ging bewusst von ganz alleine. Ich musste nichts tun, dieses Gefühl blieb in mir fest verankert.

Der Mann legte seinen Arm um meine Schultern und wir standen gemeinsam so in Richtung Meer. Er sagte, ich könne noch etwas länger mit ihm da stehen, falls ich wollte. Ich schluchzte ein Ja, denn ich musste nur noch heulen, îch sag Euch, ich heulte meinen ganzen verdammten Schmerz raus, meine Sehnsucht nach echter Liebe und nach diesem Vertrauen, das dieser fremde Mann mir schenkte. Ich weinte die ganze Nacht durch an seiner Seite. Er stand einfach neben mir, mit seinem Arm um meine Schultern. Und dann als ich am anderen Morgen, das erste Sonnenlicht vom Horizont hersah, sagte er mir, dass es jetzt Zeit für mich sei.

Und so liess ich alle meine Tränen bei ihm zurück. All meinen verdammten Schmerz. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass meine Sehnsucht für immer gestillt wurde. Ich sah die Welt neu. Es ging nicht lange, da lernte ich jemanden kennen und lieben. Ihr Name hat mit dem Mann vom Strand zu tun. Wir haben uns beide auf Anhieb sympathisch gefunden. Es ging nicht lange, da wurde sie von mir schwanger. Es war unser gemeinsamer Plan. Wie sie mir später mal erzählte, war sie auch beim Mann vom Strand gewesen. Er hatte sie angesprochen, so wie mich. Ich werde ihn nie mehr vergessen. Die besorgten Anwohner vom besagten Strand sind mittlerweil e sehr erleichtert. Auch die Polizei, denn eines Tages war der Mann nicht mehr am Strand gestanden und niemals mehr dort gesehen worden.

Meine Liebe und ich wissen aber wo er zu finden ist.
Danke dem Mann vom Strand.
Danke meine Liebe.
Ich freu mich auf dich, Kind meiner Liebe.

The End
***

16.4.06 18:15, kommentieren